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PM: Frieden und Solidarität auf der Kundgebung am Samstag in Bochum

Aufgerufen hatte die Initiative „GewerkschafterInnen für Frieden und Solidarität“, die sich zu Beginn des Jahres in der DGB-Region Ruhr Mark gegründet hat. Aktuelle Anlässe für die Demonstration, die am 9. Mai vom Hauptbahnhof zum Schauspielhaus in Bochum ging, war das Gedenken an den 70. Jahrestag der Befreiung von Krieg und Faschismus und ein Bekenntnis für eine andere Europapolitik ohne Spardiktate sowie für ein friedliches, soziales und demokratisches Europa. In einer guten Mischung aus Reden und Kultur wurde die breite Themenpalette bearbeitet. Bereits beim Auftakt am Hauptbahnhof sprachen ver.di-Geschäftsführerin Gudrun Müller und der ehemalige Opel-Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel zu den TeilnehmerInnen, umrahmt durch Gesang des Liedermachers Frank Baier. Ein Demozug mit ca. 750 Menschen machte sich auf den Weg durch die Stadt. Am Schauspielhaus wurden sie von Miltiadis Oulios (Funkhaus Europa) begrüßt, der die Moderation der Kundgebung übernommen hatte. Sabine Reich, geschäftsführende Dramaturgin des Schauspielhauses überbrachte die Grüße des Gastgebers. Daraufhin machte DGB-Geschäftsführer Jochen Marquardt als einer der Sprecher der Initiative deutlich, dass Bochum der Beginn einer verstärkten gewerkschaftlichen Diskussion um Frieden und internationale Solidarität ist. Hinweise, die in den nachfolgenden Reden von Horst Schmitthenner (IGM) und Claudia Zinn (ver.di) aufgriffen und vor allem in Bezug auf Fragen des Kampfes gegen Rechts und Militarismus vertieft wurden. Kulturell eingebunden in diesen Teil der Veranstaltung waren Auftritte der Gruppen ewo2 und Michael Zachcial (Die Grenzgänger). Den Wechsel auf die Solidarität mit Griechenland leitete die Gruppe Orfeas mit Liedern von Mikis Theodorakis ein. Der griechische Hauptredner Giorgos Chondros nutzte die Gelegenheit, um über die Situation in seiner Heimat zu informieren. Aktuell gilt es ein Notprogramm gegen die Ergebnisse der Spar- und Austeritätspolitik zu schaffen, um die schlimmsten Auswirkungen für die Menschen zu lindern. Das Gesundheitssystem, grundlegende soziale Sicherheiten und die Einkommen von Millionen Griechinnen und Griechen müssten erst wieder in die Lage versetzt werden, um Grundlagen für ein erträgliches Leben für die größten Teile des Volkes zu schaffen und gleichzeitig die heimische Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Dagegen stehen Anforderungen der EU, der EZB und des IWF, die auf Zinsrückzahlungen pochen und damit jegliche roten Linien überschreiten und so Griechenland die Chance nehmen eigenständig wieder in Tritt zu kommen. Chondros machte deutlich, dass bisher alle finanziellen Verpflichtungen durch die neue Regierung eingehalten worden seien, die Gläubiger allerdings ihrer Zusage nach versprochenen Krediten nicht nachkommen. Der Redner machte klar, dass es offensichtlich nicht um die Finanzierungsmodalitäten ginge – hinter der Ablehnung weiterer Unterstützung durch die Verantwortlichen in Europa stände vor allem die Ablehnung gegen die im Januar des Jahres neu gewählte linke Regierung. Am Beispiel Griechenland soll ein Exempel statuiert werden, damit künftig nicht auch in anderen von der Krise betroffenen Ländern Europas Spar- und Austeritätspolitik durch das Volk abgewählt wird.
Den Abschluss der Kundgebung gestalteten griechische Folkloregruppen aus Bochum und Gevelsberg mit einem gemeinsamen Sirtaki-Tanz, dem sich viele Teilnehmer anschlossen und mit dem ein fröhlicher und Mut machender Abschluss gefunden wurde.